Die Willy-Brandt-Gedächtnisbank

Die Willy-Brandt-Gedächtnisbank

Dass Willy Brandt, Widerstandskämpfer, Bundeskanzler und Ikone der deutschen Sozialdemokratie, in Lübeck geboren und aufgewachsen ist, ist bekannt. Weniger bekannt ist allerdings die Willy-Brandt-Gedächtnisbank.

Brandt wurde als Herbert Frahm in Lübeck als unehelicher Sohn der 19-jährigen Verkäuferin Martha Frahm in der Meierstrasse geboren und wuchs die ersten zwanzig Lebensjahre in einfachsten Verhältnissen auf. Es waren keine leichten Jahre in der Lübecker Arbeitervorstadt St.Lorenz. Politisch früh geprägt durch den Stiefgrossvater Ludwig Frahm, dem Brandt Vaterersatz und erster politischer Mentor wurde. Ein zweiter wichtiger Einfluss wurde Julius Leber.

Prägende Jahre in St.Lorenz

Die Jugendjahre verbrachte Brandt in einer kleinen Dachkammer in der Trappenstrasse, nahe dem Ziegelteller. Hier schärfte der Jungsozialist sein politisches Profil – unweit der ersten Lübecker Nazizelle. Straßenkämpfe und Schlägereien gaben einen Ausblick auf das, was da noch kommen sollte.

Kurz nach der Machtergreifung der Nazis ergriff der junge Frahm die Flucht nach Skandinavien. Ein Travemünder Fischer brachte Frahm, der sich nach kurzer Zeit den „Kampfnamen“ Willy Brandt gab, nach Skandinavien.  Dennoch blieb Brandt mit seiner Heimatstadt stets verbunden. Unmittelbar vor seinem Tode hielt er 1992 eine seiner letzten Reden in der Lübecker Holstentorhalle.

Auf den Spuren Willy Brandts 

Ein zeitgenössisches Foto zeigt den jungen Schüler des Katharineum lässig auf einer steinernen Bank sitzen, vertieft in der aufmerksamen Lektüre des „Kampfsignal“, einer Zeitung der SAPD, der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Diese Bank hat Krieg und Nachkriegszeit überlebt und befindet sich noch heute am Kaisertor in den Wallanlagen. 
Wer sich auf die Spuren Willy Brandts in Lübeck begeben will, sollte am Willy-Brandt-Haus in der Königstrasse starten. Dort gibt es einen Flyer mit den wichtigsten Orten Brandts in Lübeck.

Auf den Spuren Willy Brandts