Katja Benrath – die OSCAR-Nominierte

Nun gut, Katja Benrath ist nicht in Lübeck geboren. Geboren ist sie im Odenwald, aufgewachsen in einer Kleinstadt am Main. Aber im Alter von neun Jahren zog Benrath nach Lübeck und man sagt, dass die echten Lübecker selten auch gebürtige Lübecker sind. Mit etwas Glück konnte Benrath aber die erste Lübecker Oscar-Gewinnerin werden.

Allerdings zog es sie nach bestandenem Abitur am Katharineum auch wieder fort. Katja Benrath zog es nach Wuppertal, dort absolvierte sie eine Schneidelehre unter nähte dort unter anderem auch für Pina Bausch. Es dürfte ihr damals zu Beginn bereits völlig klar gewesen sein, dass dies nur der Anfang, der Einstieg in das bestimmte Milieu Theater sein soll. Man sagte ihr schon in Lübeck einen bestimmte „Theater-affinität“ nach.

Umfangreiche Karrierebasis

So ging es nach wenigen Jahren weiter nach Österreich und Benrath studierte vier Jahre am Vienna Konservatorium Schauspiel und Gesang. Seit 2010 erhielt sie Theaterengagements und wirkte in Musicals sowie mehreren Film- und TV-Produktionen mit. Zwischen 2014 und 2016 studierte sie an der Hamburg Media School und verlagerte ihre Arbeit auf den Bereich Regie und Drehbuchentwicklung. Gedreht hat sie auch in Lübeck. Im Kurzfilm „Tilda“, die Geschichte einer scheuen Schneiderin, wirkte auch der Lübecker Schauspieler Gerhard Olschewski und die Travemünde St.Lorenz-Kirche als Kulisse mit.

Nominiert für den Oscar

Für ihre Produktion „Watu Wote – All of us“ wurde Katja Benrath im vergangenen Jahr der Student Academy Award, dem sogenannten „Studentenoscar“ verliehen. Außerdem, was vielleicht sogar wichtiger ist, erhielt sie damit eine Nominierung für die diesjährigen Oscars 2018. Ausgewählt wurde Benraths Film aus insgesamt 165 Wettbewerbs-Beiträgen und nun gilt es nur noch, zwischen vier anderen Nominierten zu punkten. In „Watu Wote – All of us“ geht es um ein problematisches, sehr aktuelles Thema. Hintergrund ist der 2015 tatsächlich stattgefundene Überfall kenianischer Islamisten, die auf ihrer Jagd auf Christen einen Bus überfielen und damit beginnen, die Fahrgäste zwischen Christen und Muslimen zu selektieren. Ein Filmstoff, der auf einer BBC-Nachrichtenmeldung basiert.

Auch Komödien

Die Dreharbeiten in Kenia gerieten fast ähnlich dramatisch. Das Team, obwohl unter Beachtung bewaffneter Sicherheitsleute, wurde bestohlen und zeitweise verhaftet. Die klimatischen Bedingungen waren hart, die Wasserversorgung scheiterte chaotisch. Schon aufgrund solcher Rahmenbedingungen hätte Benrath den Oscar verdient. Weitere Produktionen sind natürlich schon in Planung. Katja Benrath hat sich auch vorgenommen, Komödien zu machen, am liebsten natürlich mit „Menschen in Grenzsituationen“. Und vielleicht ja diesmal wieder in norddeutschen Kulissen.

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