HISTORISCHE KNOCHENFUNDE AUF FEHMARN

historische Knochenfunde auf Fehmarn

Im April des Jahres 1715 wurde es auf der Ostsee rau. Ein dänisches Seegeschwader traf zwischen der Insel Fehmarn und dem dänischen Festland auf die schwedische Kriegsflotte. Fehmarn gehörte zwischen von 1713 bis 1864 zur dänischen Krone.

Seeschlacht vor Fehmarn
Seeschlacht vor Fehmarn, 1715

Während des großen nordischen Krieges versuchten die Schweden nachhaltig, die dänischen Versorgungsrouten auf der Ostsee nachhaltig zu stören. Mit Erfolg; wovon im Öresund noch heute zahlreiche Wracks zeugen. Aber auch Überfälle auf dem Festland scheuten die Schweden nicht. Nachdem erneute Brandschatzungen auf Fehmarn vermeldet wurden, machte sich der dänische Fregattenkapitän Peter Wessel, der später in Dänemark als “Tordenskiold” zur Legende wurde, mit seinem Geschwader auf den Weg. Am 22. April 1715 entdeckte er schließlich vor Fehmarn die schwedische Flotte, bestehend aus vier bewaffneten Linienschiffen und zwei Fregatten. Er drehte bei und holte Verstärkung.

Westlich von Fehmarn kam es dann schließlich am 24. April zum Showdown: Die Schweden standen dem dänisch-norwegischen Geschwader mit einer Stärke von zehn Schiffen gegenüber. Die anschließende “Seeschlacht bei Fehmarn” kostete den Schweden 700 Tote und Verletzte. Alle schwedischen Schiffe waren beschädigt, es gab nur noch die Flucht in die Kieler Bucht. Den Dänen blieb der Triumph und die Seeherrschaft über die Ostsee.

Bauarbeiter stießen jetzt an der Fehmarner Westküste auf mutmaßliche Spuren dieser Schlacht. Die Überreste von sieben Toten werden derzeit vom archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein in Schleswig untersucht. Von weiteren Funden sei auszugehen. Klar ist bereits jetzt, dass die gefundenen Knochen über hundert Jahre alt sind und offensichtlich Erwachsenen zuzuordnen sind. Forensische Untersuchungen sollen Klarheit über das genaue Alter, Geschlecht und Lebensumstände liefern.

Foto: Fred Pixlab on Unsplash / WIKIMEDIA


 

 

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