LÜBECKS MONA LISA

Aus den unzähligen Kostbarkeiten, die sich in Lübecks Museen und ihren Magazinen verbergen, sticht eine ganz bestimmte klassische Schönheit heraus.

Das „Mädchen aus Albano“ von Heinrich Heß wurde einmal als Lübecks Mona Lisa bezeichnet.

Bedeutender Maler des frühen 19. Jahrhundert

Museum Beinhaus
Figurengruppe auf dem Behnhaus

Das Werk scheint über die vergangenen Jahre allerdings fast schon ein wenig vergessen. Dabei verfügt das Gemälde über eine sehr interessante und ungewöhnliche Enstehungsgeschichte.
Und auch Heinrich Hess ist kein unbedeutender Künstler. Hess gehört mit Overbeck und Cornelius zu den bedeutensten deutschen Malern des frühen 19.Jahrhunderts.

Bei dem „Mädchen aus Albano“ soll es sich um die 14jährige Winzertochter Vittoria Caldoni gehandelt haben, die 1820 von August Kestner, einem deutschen Gesandten aus Rom, als „Verkörperung klassischer Schönheit“ entdeckt wurde. Das Mädchen erhielt darauf gesellschaftliche Einladungen aus Rom, dort drängelten sich bereits ungeduldige Künstler, die das Mädchen zu porträtieren versuchten. Eine klassische Erzählung früher Model-Scouts – doch so sehr sich die Künstler auch anstregnten: es sollte kein Porträt gelingen.

Selbst Hess, der auch unter den Unglücklichen gewesen sein soll, klagte und schämte sich seiner Versuche und klagte, nur Raffael wäre im Stande gewesen, die geheimnisvolle Vittoria zu malen.

Vittorio Caldoni
Vittorio Caldoni, das “Mädchen von Albano”

Viele weitere Jahre versuchten Künstler, die schöne Vittoria Caldoni zu malen. Viele vergeblich, viele verzweifelnd. Manche nahmen dafür sogar einen weiten Weg auf sich, um Vittoria in ihrem Hause in Albano zu besuchen. Eines Tages soll Vittoria schliesslich einen Maler aus Russland geheiratet haben und ihn in seine Heimat, in die Krim, begleitet haben. Als Mutter zweier Kinder soll Vittoria Caldoni schliesslich eine alte Frau geworden sein.

Wer das Bild von Heinrich Hess im Lübecker Museum Behnhaus betrachten kann, dürfte diese Sage eigentlich nicht glauben. Schliesslich ist dieses wunderschöne Gemälde unzweifelhaft als sehr gelungen zu betrachten.
Für dies Sage spricht aber, dass es in der Kunstwelt zahlreiche weitere, fast unzählige Porträts unter der Bezeichnung „Mädchen aus Albano“ gibt.
Das Lübecker Bild von Heinrich Hess, welches übrigens 1892 der Hansestadt Lübeck als Geschenk vermacht wurde, ist ganz offensichtlich das Schönste. Ein Glanzstück in der Lübecker Gemäldesammlung, dass völlig zu Recht als Lübecker Mona Lisa bezeichnet werden darf.

 


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