SANIERUNGSSTAU ÖFFENTLICHER BAUTEN

Sanierungsstau von Bildungs- und Kulturbauten

Historische und öffentliche Bauten müssen für die Zukunft erhalten bleiben. Häufig bleiben aber auch in Lübeck wichtige Renovierungen und Sanierungen auf der Strecke, weil das nötige Geld fehlt.

Der Sternwarte, einst in der beseitigten Kepler-Schule untergebracht, konnte auf eine lange, gefestigte Geschichte zurück blicken. Rund fünfzig Jahre stand Schleswig-Holsteins größtes öffentliche Teleskop vor den Toren der Stadt der Allgemeinheit im Rahmen der Volkshochschule zur Verfügung, Ende 2016 war dann Schluss.
Die Beobachtungskuppel ist nun eingemottet und wartet auf einen neuen Einsatz.

Zukunft ungewiss

Wie es aber tatsächlich mit der Sternwarte weitergeht ist ungewiss, es fehlen 140.000 Euro. Zugegeben, es stimmt nicht ganz. Insgesamt wurde eine Integration der Sternwarte an die Schule Grönauer Baum durch einen entsprechenden Anbau sowie eine notwendige Sanierung der Beobachtungskuppel insgesamt mit knapp 335.000 Euro kalkuliert. Nach Abzug eines Zuschusses der Hansestadt, schliesslich profitiert die städtische Schule von dieser wissenschaftlichen Erweiterung als Bildungsergänzung, verbleibt eine Restsumme in Höhe von 140.00 Euro. Nun soll die Bürgerschaft beschliessen, ob der Steuerzahler das fehlende Geld zahlt. Der Ruf nach Drittmitteln wurde bereits laut.

 

855 Tausend Eur0

Beim der Sanierung des Pavillons der Overbeck-Gesellschaft gehet es um 855.000 Euro. Ursprünglich waren für die Sanierung des Kunst-Pavillons aus den Dreißiger Jahren “nur” 610.000 Euro veranschlagt worden. Hauptsächlich geht es dabei um das Dach, Fenster und Türen. Auch da soll sich die Stadt mit 150.000 Euro beteiligten.

Nicht nur der Bürger ist aufgeregt. Schliesslich handelt es sich in Zeiten katastrophaler Schultoiletten bei diesen Summen um keinen Pappenstiel. Die Grünen in der Lübecker Bürgerschaft fordern Zeit für Sparmaßnahmen: “Blech statt Kupfer!” Fordert Roland Vorkamp von den Lübecker Grünen. Wohlfeile Klagen, denn offenbar fehlt der Mut zu hinterfragen, wofür überhaupt soviel Geld ausgegeben werden soll. Mit weit über einer halben Million Euro läßt sich nämlich ein gesamtes, neues Museum bauen. Zumindest, ein kleines.

 

lübsche Preissteigerungen

Dabei geht es nicht um die Frage, ob sich die Renovierungen bei diesen Bauten lohnen, oder nicht – sie lohnen und sind notwendig. Es geht um die fragwürdigen Umstände öffentlicher und nichtöffentlicher Ausschreibungen und es geht um Kommunalpolitiker, die sich – warum auch immer – offensichtlich gerne über den Tisch ziehen lassen. Zumindest hinterfragt Carl Howe von der GAL die Merkwürdigkeit lübscher Sanierungen, stets rund 40 Prozent teurer zu werden, als zur Auftragsvergabe vereinbart. Auch andere Kommunalpolitiker können sich die Preissteigerungen nicht erklären.

 

 

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